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Natural Crossings
Konzert: Natural Crossings
Freitag, 23. Oktober 2026 um 19:00
Beschreibung
Das zweite Konzert der Saison widmet sich den natürlichen Bewegungen und Reisen, die die Musik seit jeher inspiriert haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Komponist*innen das Meer, die Erde und die Tierwelt musikalisch erfassen und wie sich natürliche Prozesse des Übergangs, der Bewegung und der Verwandlung in Klang übersetzen lassen. Toru Takemitsus Toward the Sea, im Rahmen der „Save the Whales“-Kampagne von Greenpeace in Auftrag gegeben, ist eine Meditation über das Meer als Lebensraum der majestätischen Wale. Kaija Saariahos Fall, ursprünglich als Teil des Balletts Maa – dem finnischen Wort für „Land“ oder „Erde“ – komponiert, beschäftigt sich mit Übergängen: dem Überqueren von Wasser, dem Durchschreiten von Toren und dem Wechsel zwischen verschiedenen Zuständen. Joseph Haydns berühmtes „Vogelquartett“ zeigt, wie tief die Faszination für die Natur in der Musikgeschichte verankert ist. In BEAK von Jon Rose und Hollis Taylor wird diese Tradition auf zeitgenössische Weise fortgeführt: Aus ihrer jahrzehntelangen Beschäftigung mit australischen Vögeln und der Ökologie des Outbacks hervorgegangen, bringt das Werk Feldaufnahmen des Gesangs des Schwarzkehl-Krähenstärlings (Pied Butcherbird) in einen Dialog mit einem Streichquartett. Den Abschluss bildet George Crumbs monumentales Vox Balaenae („Stimme des Wals“), ein wegweisendes Werk das die Geschichte der Ozeane und unsere Beziehung zu ihnen nachzeichnet. Statt die Aufnahmen des Buckelwalgesangs, die ihn inspirierten, direkt zu verwenden, ahmen die Musiker die natürlichen Klänge mit Verstärkung und erweiterten Spieltechniken nach.
Programm
Toru Takemitsu: Toward the Sea III für Flöte und Harfe (1989) ~12'
Kaija Saariaho: Fall für Harfe und Elektronik (1991) ~6'
Joseph Haydn: Streichquartett Op. 33 Nr. 3 'Vogel' ~20'

Jon Rose & Hollis Taylor: BEAK für Streichquartett und Tonband ~10'
George Crumb: Vox Balaenae für Flöte, Cello und Klavier ~20'
Künstler*innen
© Dennis Kasten
Aliya Vodovozova
Flöte
Aliya Vodovozova ist eine international gefragte Flötistin, die als Solistin, Kammermusikerin und Orchestermusikerin überzeugt. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der 2. Preis und der Publikumspreis beim ARD-Wettbewerb 2024, der 2. Preis beim „Carl Nielsen International Chamber Music Competition“ sowie der 1. Preis beim Wettbewerb „Ton & Erklärung“ mit ihrem Ensemble Pacific Quintet. Geboren in der Ukraine und aufgewachsen in der Türkei, erhielt sie ihren ersten Musikunterricht bei ihrer Mutter am Klavier und an der Flöte. Ihre Ausbildung führte sie an die Gnessin Musikschule in Moskau und anschließend an das Tschaikowski-Konservatorium. 2016 kam sie für ihr Masterstudium nach Berlin an die HfM „Hanns Eisler“, wo sie bei Benoit Fromanger studierte. In der Saison 2017/18 spielte sie bei den Dresdner Philharmonikern. Aliya trat bei renommierten Festivals wie dem Verbier Festival, dem Pacific Music Festival, dem Zermatt Festival, dem Santander Encuentro und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern auf. 2020 war sie beim Festival „Nouveaux horizons“ in Aix-enProvence zu erleben – einer Initiative von Renaud Capuçon. Sie wirkte in Daniel Hopes TV-Reihe „Hope@Home“ mit und war Teil eines CD-Projekts der Deutschen Grammophon. 2023 war sie Stipendiatin der Musikakademie Villecroze mit Fokus auf Sofia Gubaidulina.
© Neda Navaee
Marion Ravot
Harfe
Die französische Harfenistin Marion Ravot ist eine der gefragtesten Musikerinnen ihres Fachs. Sie trat als Solistin und Kammermusikerin in ganz Europa, Asien und den Vereinigten Staaten auf. Zu den jüngsten Höhepunkten zählen ein Duo-Konzert mit Gauthier Capuçon anlässlich der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer und eine Aufführung von Mozarts Konzert für Flöte und Harfe unter der Leitung von Ton Koopman zusammen mit Mathieu Dufour im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin. Im Jahr 2020 brachte sie mit dem Münchner Kammerorchester das für sie komponierte Konzert für Harfe und Orchester von Vito Žuraj zur Uraufführung. Als Kammermusikerin trat Marion mit einigen der weltweit führenden Künstlern auf, darunter Renaud Capuçon, Karl-Heinz Schütz, Bruno Delepelaire und Daniel Hope. Seit 2024 ist sie Soloharfenistin der Deutschen Oper Berlin. Als Orchestermusikerin tritt sie regelmäßig mit renommierten Ensembles wie den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Staatskapelle Berlin, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Gewandhausorchester und dem BBC Symphony Orchestra auf. Neben ihrer Karriere als Konzertmusikerin unterrichtet Marion seit 2020 an der Universität der Künste Berlin. Die gebürtige Pariserin studierte bei Isabelle Moretti am Pariser Konservatorium und später bei Nancy Allen an der Juilliard School. 2016 wurde sie in die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker aufgenommen, wo sie drei Jahre lang unter der Leitung von Marie-Pierre Langlamet studierte.
© Clara Evens
Luke Hsu
Violine
Luke Hsu, Mitbegründer des Tonhain Kollektivs, ist ein weltweit gefragter Geiger und Komponist. Er wird als "eine Klasse für sich, der sein Instrument perfekt beherrscht" (Montreal Gazette) und "geniale Interpretationen" (Le Soir, Brüssel) mit "unbändigem Enthusiasmus" (IndyStar) bietet. Geboren in Shanghai, aufgewachsen in Houston und derzeit in Berlin lebend, kennt Lukes künstlerische Philosophie keine Grenzen. Er schöpft bei seinen Interpretationen aus seiner Leidenschaft für Geschichte, Kultur und Volksmusik und setzt sich für die Musik unserer Zeit ebenso begeistert ein wie für die der Vergangenheit. Luke ist als Solist in der Wigmore Hall, auf Schloss Windsor, im Kennedy Center, im Herkulessaal, in der Philharmonie Berlin, im BOZAR und vielen anderen aufgetreten. Er hat als Solist mit zahlreichen renommierten Orchestern zusammengearbeitet, zuletzt mit dem Sinfonieorchester Basel, dem Belgischen Nationalorchester und dem Königlichen Kammerorchester der Wallonie, und arbeitete eng mit bedeutenden Dirigenten wie Leonard Slatkin, Pascal Vierrot, Nikolaj Znaider, Hugh Wolff, Cristian Macelaru und Jean-Jacques Kantorow zusammen. Als Preisträger des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs hat Luke bei vielen der renommiertesten Violinwettbewerbe der Welt Preise gewonnen. Er gewann die Bronzemedaille, den Bach-Preis und den Preis für die Mozart-Sonate beim 10th Quadrennial International Violin Competition of Indianapolis und den ersten Preis beim ISANGYUN-Wettbewerb. Weitere wichtige Preise erhielt er bei den Wettbewerben Nielsen, Wieniawski, Michael Hill und Paganini.
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Amelie Wallner
Violine
Amelie Wallner, 1999 in München geboren, erhielt im Alter von vier Jahren ihren ersten Violinunterricht. Ihre Ausbildung setzte sie als Jungstudentin bei Prof. Petru Munteanu in Augsburg und anschließend an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Nora Chastain fort, wo sie zunächst den Bachelor absolvierte und derzeit im Masterstudiengang studiert. Von 2020 bis 2025 war sie Geigerin im Leonkoro Quartett und gewann in dieser Zeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter die jeweils ersten Preise der Internationalen Streichquartettwettbewerbe 2022 in Bordeaux und der Wigmore Hall in London, den Musikpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, den MERITO String Quartet Award, den Young Talent Award des Concertgebouw Amsterdam sowie 2024 die Auszeichnung des Borletti-Buitoni Trust. Das Ensemble wurde maßgeblich geprägt durch die Arbeit mit namhaften Musikern wie Günter Pichler (Alban Berg Quartett), Heime Müller, Eckart Runge und Gregor Sigl (Artemis Quartett) sowie dem Pianisten Alfred Brendel. Im Herbst 2023 erschien bei Mirare das erste Album des Quartetts, das nur wenige Wochen später mit dem Choc de Classica l’année 2023 ausgezeichnet wurde. 2024 begann die Zusammenarbeit mit dem renommierten Label Alpha Classics. Mit dem Quartett gastierte sie in bedeutenden internationalen Konzertreihen und Festivals, darunter die Salzburger Festspiele, die Philharmonie Luxemburg, die Liederhalle Stuttgart, die Tonhalle Zürich, das Bozar in Brüssel, das Concertgebouw Amsterdam, der Pierre Boulez Saal und die Philharmonie Berlin. Konzertreisen führten sie zudem nach Japan, China und Nordamerika. Neben ihrer Leidenschaft für die Kammermusik tritt Amelie Wallner auch regelmäßig als Orchestermusikerin auf, unter anderem als Aushilfe bei dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin, der Kammerakademie Potsdam und den Berliner Philharmonikern. Sie spielt eine J. Gagliano aus dem Jahr 1742.
© Tobias Kruse
Nilay Özdemir
Bratsche
Die Bratschistin Nilay Özdemir begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von elf Jahren am Staatlichen Konservatorium in Antalya. Bereits drei Jahre später debütierte sie als Solistin mit dem Antalya Sinfonieorchester. Sie studierte bei Tatjana Masurenko an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, bei Tabea Zimmermann an der Hochschule für Musik Hanns Eisler sowie bei Hartmut Rohde an der Universität der Künste Berlin, wo sie ihr Masterstudium absolvierte und das Konzertexamen-Studium fortsetzte. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie durch die Teilnahme an renommierten internationalen Festivals und Akademien, darunter die Kronberg Academy, das Verbier Festival, die Seiji Ozawa International Academy Switzerland und das Krzyżowa-Music Festival. Dort arbeitete sie mit herausragenden Künstlern wie Seiji Ozawa, Yuri Bashmet, Nobuko Imai und Antoine Tamestit zusammen. Als Kammermusikerin konzertierte sie auf international renommierten Bühnen. Darüber hinaus sammelte sie umfangreiche Orchestererfahrung als Solobratschistin des Gürzenich-Orchesters Köln. Neben ihrer Mitgliedschaft im Konzerthausorchester Berlin widmet sie sich weiterhin aktiv und leidenschaftlich der Kammermusik und konzertiert regelmäßig in verschiedenen Ensembles.
© Clara Evens
Rainer Crosett
Cello
Der amerikanische Cellist Rainer Crosett, Mitbegründer des Tonhain Kollektivs, tritt in den USA und in Europa als Solist und Kammermusiker auf. Als Empfänger des Pierre Fournier Award 2018 erlangte er internationale Bekanntheit und gab sein Debüt in der Wigmore Hall London. Als Kammermusiker gibt er Konzerte bei Festivals wie Yellow Barn, dem Perlman Music Program, Prussia Cove, dem Trondheim Kammermusikkfestival und Music@Menlo. In den letzten Jahren spielte er mit renommierten Musiker*innen wie Robert Levin, Laurence Lesser, Donald Weilerstein, Cho-Liang Lin, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart und Kim Kashkashian. Seit 2014 ist er künstlerischer Leiter des Project LENS, einem in Boston (USA) gegründeten interdisziplinären Ensemble. Crosett wohnt derzeit in Berlin, wo er sein Studium an der Universität der Künste bei Prof. Jens Peter Maintz fortsetzt.
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Michael Cohen-Weissert
Klavier
Michael Cohen-Weissert, geboren 1993 in Jerusalem, ist ein Pianist, Komponist und Dirigent. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung an der Jerusalemer Akademie für Tanz und Musik. Nach dem Umzug nach Berlin 2008 setzte er sein Klavierstudium am Julius Stern Institut und später an der UdK bei Prof. Elena Lapitzkaja und Prof. Jacques Rouvier fort. Derzeit studiert er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Prof. Stefan Arnold. Sein Kompositionsstudium an der UdK schloss er 2018 bei Elena Mendoza, Manolis Vlitakis und Marc Sabat ab. Kammermusikalische Impulse erhielt er vom Artemis Quartett und Eberhard Feltz. Er nahm an Meisterklassen und Sommerkursen von Aldo Ciccolini, Karl-Heinz Kämmerling, Mikhail Voskresensky, Paul Badura-Skoda, Eldar Nebolsin, Claude Frank und Peter Serkin teil. Cohen-Weissert hat mit Orchestern wie dem Jerusalem Symphony Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra und dem Haydn Orchester von Bozen und Trient zusammengearbeitet. Er tritt regelmäßig auf renommierten Festivals in Europa, den USA und Asien auf, darunter die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, der Kissinger Sommer und das Bowdoin Festival in Maine, USA. Seine Kompositionen wurden an Orten wie dem Konzerthaus Berlin, dem Abgeordnetenhaus Berlin und dem Teatro Civico di Bolzano aufgeführt. 2019 wurde seine erste Oper „AMALIA!“ in Bozen uraufgeführt. Im selben Jahr gründete er das Charles Rosen Ensemble, dessen musikalischer Leiter und künstlerischer Visionär er ist.
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