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Imagined Crossings
Konzert: Imagined Crossings
Freitag, 25. September 2026 um 19:00
Beschreibung
Das Eröffnungskonzert der Saison widmet sich imaginären und metaphorischen Grenzüberschreitungen in der Musik und fragt danach, wie die Vorstellungen von Reisen und fremden Orten die musikalische Sprache von Komponist*innen prägen. Viele europäische Komponist*innen blickten historisch durch eine exotisierende Perspektive auf außereuropäische Kulturen, insbesondere auf den Nahen Osten und Asien. Wie Edward Said in seiner Theorie des „Orientalismus“ beschrieb, ist der „Orient“ dabei weniger eine geografische Realität als ein Konstrukt der westlichen Vorstellungskraft. Claude Debussy integriert in Images II Elemente asiatischer Musik, während Karol Szymanowskis Lieder des verliebten Muezzins exotisch anmutende modale Klangfarben mit einer Meditation über sinnliches Verlangen verbinden und in einem quasi-Liebestod des Muezzins kulminieren. Maurice Ravels Kaddish vertont das traditionelle jüdische Totengebet und verbindet intime Lyrik mit seinem charakteristischen harmonischen Reichtum. Gleichzeitig blickten zahlreiche nicht-europäische Komponist*innen auf den Westen zurück. Toru Takemitsu etwa orientierte sich stark an Debussy, den er als seinen „großen Mentor“ bezeichnete, und verband westliche Instrumente und Kompositionstechniken mit einer eigenen musikalischen Sprache. Arnold Schönbergs monumentales Streichquartett Nr. 2 zeichnet schließlich eine Grenzüberschreitung ganz anderer Art nach: den Übergang von der Tonalität zur Atonalität. Im entrückten letzten Satz, in dem eine Sopranstimme erklingt, wird die Zeile „Ich fühle Luft von anderem Planeten“ zum Sinnbild einer Reise hin zu persönlicher und künstlerischer Erneuerung.
Programm
Claude Debussy: Images II ~14'
Maurice Ravel: Kaddisch für Stimme und Klavier (1914) ~5'
Toru Takemitsu: Between Tides für Klaviertrio (1993) ~16'
Karol Szymanowski: Lieder des verliebten Muezzins, Op. 42 ~13'

Arnold Schönberg: Streichquartett Nr. 2 fis-Moll, Op. 10 ~30'
Künstler*innen
© Maaike Eijkman
Noa Wildschut
Violine
Die niederländische Geigerin Noa Wildschut (2001) ist weltweit als Solistin mit renommierten Orchestern aufgetreten, darunter das Tonhalle-Orchester Zürich, das Konzerthausorchester Berlin, die Camerata Salzburg, das Royal Philharmonic Orchestra, das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und das Pittsburgh Symphony Orchestra. Auftritte mit inspirierenden Künstlerpersönlichkeiten wie Janine Jansen, Menahem Pressler, Anne-Sophie Mutter, Daniel Müller-Schott, Pablo Ferrández, Kian Soltani, Amihai Grosz, Timothy Ridout, Pablo Barragán, Frank Dupree und Elisabeth Brauss zeugen von ihrer Leidenschaft für die Kammermusik. Noa hat zahlreiche internationale Preise gewonnen, darunter erste Preise beim Louis-Spohr-Wettbewerb im Alter von neun Jahren und beim Iordens-Wettbewerb im Alter von elf Jahren. 2013 erhielt sie den Concertgebouw Young Talent Award, 2017 den Kersjes Violin Prize und 2018 den WEMAG Soloist Award der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. 2019/2020 wurde Noa von der European Concert Hall Organisation (ECHO) als Rising Star ausgewählt und trat in führenden Konzertsälen in ganz Europa auf. 2023 wurde sie zur Künstlerischen Leiterin des Festspielfrühlings Rügen im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ernannt. Noa spielt die Violine „Ex-Lady-Stretton“ (ca. 1730) von Guarneri del Gesù und einen Bogen von Léonard Tourte (ca. 1800), die ihr beide von der Stretton Society zur Verfügung gestellt werden.
© Clara Evens
Eun Che Kim
Violine
Eun Che Kim ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe, darunter des KBS–KEPCO Musikwettbewerbs, des Internationalen Novosibirsk Violinwettbewerbs, des Carl-Nielsen-Wettbewerbs, des Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerbs sowie des Carl-Flesch-Wettbewerbs, bei dem sie den 1. Preis und drei Sonderpreise erhielt. Außerdem erhielt sie den Sternbrüggerpreis, den Werner-Stiefel-Preis und den Brahms-Preis an der Carl Flesch Academy in Baden Baden. Als Solistin konzertierte sie mit Orchestern wie der Baden-Baden Philharmonie, der Copenhagen Philharmonic, dem Odense Symphony Orchestra, dem Hungarian State Opera Orchestra, dem Hungarian Radio Orchestra, dem KBS Symphony Orchestra sowie dem Anima Musica Chamber Orchestra. Als engagierte Kammermusikerin war sie bei Festivals wie dem Gstaad Menuhin Festival & Academy, dem Krzyżowa Music Festival und dem Szent Gellért Festival zu Gast. Sie ist Mitglied des Confringo Piano Quartet, Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs und des Hans-Gál-Preises. Künstlerische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Boris Kuschnir, Ana Chumachenco, Leonidas Kavakos, Kirill Troussov, György Pauk, Barnabás Kelemen und Vadim Gluzman. Derzeit studiert Eun Che Kim im Master bei Prof. Ulf Wallin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, nachdem sie dort bereits ihren Bachelor bei Prof. Kolja Blacher absolvierte. Sie spielt auf einer Enrico Rocca Violine aus dem Jahr 1885.
© Michael Hübner
Friedemann Slenczka
Bratsche
Friedemann Slenczka ist 1. Solobratscher an der Komischen Oper Berlin. Vorher war er 1. Solobratscher im Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt. Als Kammermusiker spielt er auf Festivals wie dem Heidelberger Frühling, dem PODIUM Festival Esslingen, dem Beethovenfest Bonn, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Kyoto International Chamber Music Festival. Er gastierte als Solist bei Orchestern wie der Philharmonie Baden-Baden, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim. Er studierte an der UdK Berlin bei Hartmut Rohde.
© Neda Navaee
Tomoki Park
Klavier
Der koreanische Pianist Tomoki Park wurde in Yokohama, Japan, geboren und zog im Alter von 11 Jahren nach England. Er ist weltweit aufgetreten, unter anderem in der Wigmore Hall, der Elbphilharmonie, der Tokyo Suntory Hall und der Philharmonie Berlin. Er studierte am Bard Conservatory in New York bei Peter Serkin und später an der Lake Como Piano Academy. Sein Mentor Sir András Schiff beschrieb ihn als „brillanten Geist, intellektuell im besten Sinne, aber voller Emotionen“. Seine Auftritte wurden als „herausragend“ (Boston Globe) und „einer der Höhepunkte...und sensibel gespielt“ (New York Times) beschrieben. Auf Einladung von Sir András Schiff gab Tomoki im Rahmen des Mentorenprogramms Building Bridges Solokonzerte in ganz Europa und gab ein neues Werk bei der amerikanischen Komponistin Katherine Balch in Auftrag. Außerdem wird er als Künstler im Rahmen des Classeek Ambassador-Programms unterstützt. Tomoki hat über 50 neue Werke uraufgeführt und dabei mit Komponisten wie Rebecca Saunders, Heinz Holliger, George Benjamin und Dai Fujikura zusammengearbeitet, dessen neues Klavierstück er im nächsten Sommer beim Gstaad Menuhin Festival uraufführen wird. Derzeit ist er Dozent am Pariser Institut für kritisches Denken, über das er eine Biografie von Peter Serkin veröffentlicht.
© Vorraprush Anothai
Duangamorn Fu
Sopranistin
Die thailändisch-taiwanesische Sopranistin Duangamorn Fu (*1998) absolviert derzeit ihr Masterstudium im Fach Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Prof. Anna Samuil. Sie ist Preisträgerin mehrerer internationaler Gesangswettbewerbe. Im Jahr 2026 erhielt sie den Eva-Kleinitz-Preis beim Concorso Internazionale per Cantanti Lirici „CLIP“ in Portofino. Im Jahr 2025 gewann sie den ersten Preis in der Kategorie „Lied-Duo“ beim Internationalen Musikwettbewerb „Triomphe de l’Art“ in Brüssel sowie den zweiten Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb „Mikuláš Schneider-Trnavský“ in der Slowakei. Im Jahr 2024 erhielt sie den ersten Preis beim Wettbewerb „Alpe-Adria Young Voices“ in Graz und den zweiten Preis beim Gesangswettbewerb „Nurzhamal Ussenbayeva“ in Kasachstan. Zu ihren Konzertauftritten zählen die Berliner Philharmonie, das Konzerthaus Berlin, die Deutsche Oper Berlin (Tischlerei), das Rudolfinum in Prag, das Schlosstheater Schönbrunn in Wien sowie Auftritte mit dem Thailand Philharmonic Orchestra.
© Jennifer Endom
Benjamin Lai
Cello
Taiwanesisch-amerikanischer Cellist Benjamin Lai, Mitbegründer des Tonhain Kollektivs, wurde in Kalifornien geboren und erhielt im Alter von vier Jahren seinen ersten Cello-Unterricht von Michail Gelfandbein, einem ehemaligen Schüler von Mstislav Rostropowitsch. Seine Kindheit verbrachte er in verschiedenen Metropolen überall auf der Welt: New York, Peking, München und Paris. Im Alter von 14 Jahren zog er alleine nach Berlin, wo er als Jungstudent in die Klasse von Prof. Jens Peter Maintz aufgenommen wurde. Nach dem Abitur studierte Benjamin Lai bei Prof. Heinrich Schiff in Wien, bei Prof. Julian Steckel in München und bei Prof. Troels Svane in Lübeck. Seit April 2024 unterrichtet Benjamin als Lehrbeauftragter für Violoncello an der Musikhochschule Lübeck. Benjamin Lai besuchte Meisterkurse u.a. von Janos Starker, Yo-Yo Ma, David Geringas, Natalia Gutman, Frans Helmerson und Miklos Perenyi. Als Preisträger zahlreicher internationaler Cello-Wettbewerbe (Popper, Dotzauer, Hindemith, TONALi Grand Prix, Janigro) trat Benjamin Lai an namhaften Orten wie dem Konzerthaus in Berlin, der Laeiszhalle in Hamburg und dem Musikverein in Wien. Als Kammermusiker wurde er zu Musikfestivals wie dem Music Campus Rhein Main, Kissinger Sommer, Usedomer Musikfestival und Gezeitenkonzerten eingeladen und seit August 2024 ist er Mitglied des mehrfach ausgezeichneten Notos Quartetts. Benjamin Lai spielt ein Cello von Domenico Montagnana („ex-Olevsky“, Venedig 1735).
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